So schnell kanns gehen; die Ausbildung ist abgeschlossen. Währenddessen kam es einem doch recht lange vor, aber so im Nachhinein verging die Zeit doch ziemlich schnell – vor allem als die Prüfungen begannen.
Von den Schriftlichen hatte ich ja bereits berichtet, heute geht es um die Mündliche.

In meinem Fall fand diese am 14. Januar statt, am ersten Prüfungstag, zwei Wochen nach den Feierlichkeiten. Ich gehörte zu den Ersten, die dieses Jahr die Prüfung absolvieren mussten (oder durften?) und das kam mir persönlich gerade recht, keine zwei Wochen danach ging es in der Uni ja ebenfalls mit vielen Prüfungen weiter.

Ich sollte um 14.30 Uhr geprüft werden sagte der Brief, den ich von der IHK bekommen habe, im Hauptgebäude der Sparkasse Minden-Lübbecke. Ich war noch nie dort, vor allem nicht in den oberen Stockwerken, so kam ich mit reichlich „Verfrühung“ da an und habe in einer Sitzecke gewartet. Und gewartet. Bekanntlich ist Warten eines der schlimmsten Dinge, wenns um was Wichtiges geht, aber dazu später noch mehr… Zumindest kam nach einer ganzen Weile jemand, der mich in ein beaufsichtigtes Nebenzimmer gebracht hat, mir zwei Fälle zur Auswahl gegeben hat und sich mir als mein späterer Fall-Kunde vorstellte; im Fall ging es um Herrn Müller, welcher neu in der Stadt ist, aus Arbeitsgründen aus Bonn hierher gezogen sei und eine neue Kontoverbindung benötige, eine kurze Vermögensübersicht seiner aktuellen Bankverbindung konnte ich ebenfalls einsehen; zur Vorbereitung bekam ich 15 Minuten Zeit.

Nach der Vorbereitungszeit wurde ich von – für mich Herrn Müller – abgeholt. Er führte mich in den Prüfungssaal, ein großer Raum mit vielen unbekannten und zwei mir bekannten Gesichtern. Ich durfte noch kurz meinen Platz einrichten und es sollte los gehen; man denkt ja vorher gerne mal, dass man die 20 Minuten Prüfungszeit nicht vollkriege. Aber es ging schneller und leichter von der Hand als anfänglich gedacht! Es war ein typisches Beratungsgespräch und die Einzelheiten wären an dieser Stelle vielleicht ein wenig viel, daher überspringe ich das und komme zum mit Abstand unangenehmsten Teil der Prüfung: „Wir würden uns jetzt gerne besprechen, wir holen sie gleich wieder rein.“

Ja, gut. Nur sollte sich herausstellen, dass dieses „gleich“ ein sehr dehnbarer Begriff ist und man gerade dann kein wirklich geduldiger Mensch ist, gerade, wenn man auch viel Zeit hat darüber nachzudenken, was man im eben vergangenen Gespräch so richtig verhauen hat.

Nach den ewig langen 10 Minuten wurde ich hereingebeten, mein ganzer Zettelwahnsinn lag geordnet auf dem Tisch. Ich wollte mich setzen um zu reflektieren, ich war mir über einige Schnitzer wohl bewusst, aber noch bevor das passieren konnte, wurde mir die Hand gereicht und beglückwünscht. Ich bekam ein knappes Feedback und ich wurde mit einem Zettel in der Hand wieder entlassen, „bestanden“ war das einzig interessante Wort auf dem Wisch.

Einige Tage sind nun vergangen und alle haben ihre Prüfung hinter sich gebracht und innerhalb unserer Bank hat es auch jeder geschafft und darf sich nun ausgebildete/r Bankkauffrau/mann nennen.

Für Kathrin und mich geht es nun in die nächste Runde, Studium beenden und auf dem Weg dahin viele interessante Abteilungen miterleben, die wir im Rahmen der Ausbildung mangels Zeit nicht besuchen konnten.

Danke an dieser Stelle für die Mithilfe unserer wirklich zuvorkommenden und lieben Kolleginnen und Kollegen, die die Ausbildung maßgeblich mitbeeinflusst haben, die man auch immer etwas fragen konnte, sogar anrufen konnte und manchmal auch zu später Stunde privat anschreiben konnte, wenn man mal mit einer Aufgabe nicht mehr weiter wusste, die sich Zeit für die Ausbildung, Zeit für uns genommen haben.

Danke!

Liebe Grüße, Falk Döring